Das Problem, das dir niemand vor dem Veröffentlichen sagt
Ein Buch zu schreiben ist die Spitze des Eisbergs. Dafür zu sorgen, dass es auch gelesen wird, sind die anderen 90%.
Die meisten selbstveröffentlichenden Autorinnen verbringen Monate damit, ihre Geschichte zu verfeinern – und warten dann darauf, dass die Leserinnen von alleine kommen. Und wundern sich über die Stille. Die Wahrheit: Ohne aktive Promotion bleibt selbst das beste Buch unsichtbar.
Die gute Nachricht – dein selbstveröffentlichtes Buch zu bewerben muss nicht viel kosten. Es braucht vor allem Regelmäßigkeit und Methode.
Fang mit dem Fundament an: dein Autorinnenprofil
Bevor du irgendetwas anderes tust, brauchst du eine einheitliche Präsenz online. Nicht unbedingt überall – aber irgendwo mit einer soliden Basis.
Wähle eine Hauptplattform je nach deiner Zielgruppe:
- Instagram, wenn du Eltern, Großeltern oder Lehrkräfte ansprechen möchtest
- Facebook, wenn du Elterngruppen und Vereine erreichen willst
- TikTok, wenn du dich mit kurzen Videos wohlfühlst und ein jüngeres Publikum erreichen möchtest
Poste mindestens 2 Mal pro Woche. Nicht immer mit dem Ziel zu verkaufen – sondern vor allem um zu teilen: den Entstehungsprozess, eine Illustration, eine Anekdote zur Geschichte oder die Reaktion eines jungen Lesers.
Die kostenlosen Hebel, die wirklich funktionieren
Gruppen und Online-Communities
Facebook ist voll mit aktiven Gruppen: Eltern, Lehrkräfte, Bibliothekarinnen, Fans von Kinderbüchern. Tritt 3 oder 4 davon bei, beteilige dich aufrichtig an Diskussionen und teile dein Buch, wenn es passt – ohne zu spammen.
Eine Empfehlung in einer Gruppe mit 10.000 Eltern ist mehr wert als 10 Posts auf deinem eigenen Account.
Lokale Bibliotheken und Schulen
Das wird unterschätzt, ist aber unglaublich effektiv. Kontaktiere die Bibliothekarinnen in deiner Gemeinde, biete ein Exemplar deines Buches an und halte eine kurze Vorlesestunde in einer Schulklasse.
Eine Schule = Dutzende Familien. Familien = zukünftige Käuferinnen.
Lokale Medien
Regionalzeitungen, Lokalsender, Elternmagazine – sie suchen ständig nach menschlichen, lokalen Geschichten. „Eine Mutter aus Hamburg hat mit KI ein illustriertes Buch für ihre Tochter erstellt" ist genau die Art von Geschichte, die sie lieben.
Schick eine einfache E-Mail mit einem schönen Bild deines Buches und 3 Sätzen über deine Geschichte. Du wirst überrascht sein, wie viele antworten.
Märkte und Messen: der direkte Kontakt
Sein Buch persönlich zu verkaufen ist nach wie vor eine der wirkungsvollsten Methoden. Weihnachtsmärkte, lokale Büchermessen, Flohmarkts im Viertel – überall wo Familien sind, gibt es potenzielle Käuferinnen.
Für einen Stand brauchst du gar nicht viel:
- Eine saubere Tischdecke und ein paar ansprechend präsentierte Exemplare
- Ein Schild mit Titel und Preis
- Kleine Flyer zum Mitnehmen (QR-Code zu deinem Online-Shop)
- Ein aufgeschlagenes Exemplar, das Kinder vor Ort durchblättern können
Um dein Buch bei solchen Veranstaltungen zu verkaufen, brauchst du zunächst eine druckfertige Datei in guter Qualität – der Leitfaden zu Druck und Formaten hilft dir dabei, das richtig vorzubereiten.
Der Newsletter: dein wertvollstes Kapital
Social-Media-Plattformen gehören den Unternehmen dahinter. Deine E-Mail-Liste gehört dir.
Selbst 200 Abonnentinnen, die wirklich an deinen Büchern interessiert sind, sind mehr wert als 5.000 passive Instagram-Follower. Fang von Anfang an damit an, E-Mail-Adressen zu sammeln – im Tausch gegen ein Gratis-Kapitel, eine exklusive Illustration oder einfach weil deine Leserinnen auf dem Laufenden bleiben möchten.
Mailchimp bietet einen kostenlosen Plan bis zu 500 Kontakten an. Das reicht zum Starten mehr als aus.
Schick maximal einen Newsletter pro Monat. Erzähl von deinem Buch, einer Figur, einer Entstehungsanekdote. Bleib menschlich – nicht werbend.
Online-Verkauf: Wo soll ich anfangen?
Du musst dich nicht für einen einzigen Kanal entscheiden. Selbstveröffentlichende Autorinnen, die erfolgreich sind, kombinieren in der Regel:
| Kanal | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Amazon KDP | Weltweite Sichtbarkeit | Geringere Margen |
| Eigene Website | Maximale Margen | Traffic selbst generieren |
| Etsy | Geschenke-Community | Listing-Gebühren |
| Direktverkauf (Messen) | Menschlicher Kontakt, freier Preis | Physische Logistik |
Wenn du beim Online-Verkauf tiefer einsteigen möchtest, erklärt der vollständige Leitfaden Kinderbücher verkaufen jeden Schritt im Detail.
Klassische Fehler, die du vermeiden solltest
Darauf warten, dass alles perfekt ist. Dein Profil muss nicht perfekt sein, um mit dem Posten anzufangen. Ein unvollkommenes Buch, das existiert, ist besser als ein Meisterwerk, das in der Schublade bleibt. Nur über dein Buch reden. Menschen folgen anderen Menschen, nicht Produktkatalogen. Zeig deinen Prozess, teile, was dich inspiriert, antworte auf Kommentare. Die Beziehung kommt vor dem Verkauf. Alles gleichzeitig angehen. Eine Strategie wählen und 3 Monate daran festhalten ist besser als 10 Dinge durcheinander in 3 Wochen auszuprobieren.Was, wenn du heute anfängst?
Die Promotion eines selbstveröffentlichten Buches ist ein Marathon, kein Sprint. Die Autorinnen, die erfolgreich sind, sind nicht unbedingt die talentiertesten – sondern die konstantesten.
Eine Aktion pro Tag. Ein Post, eine gesendete E-Mail, einer Gruppe beigetreten, einen Bibliothekarin kontaktiert. Über 6 Monate sind das 180 Aktionen. Und das verändert alles.
Wenn dein Buch noch in der Entstehung ist, kann MakerBook dir helfen, es schnell fertigzustellen – damit du endlich zum Teil übergehen kannst, den du gerade gelesen hast.
Häufig gestellte Fragen
Wie mache ich mein Kinderbuch bekannt, wenn ich bei null anfange?
Fang mit deinem engsten Umfeld an: Familie, Freunde, Kolleginnen. Bitte sie, ein Foto des Buches in ihren Netzwerken zu teilen. Kontaktiere dann 2 oder 3 lokale Bibliotheken und tritt Facebook-Elterngruppen bei. Diese ersten Schritte kosten null Euro und bringen dir deine ersten Leser*innen.
Wie lange dauert es, die ersten selbstveröffentlichten Bücher zu verkaufen?
Mit einer aktiven Herangehensweise (Social Media, lokale Kontakte, Märkte) kommen die ersten Verkäufe in der Regel innerhalb weniger Wochen. Ohne Promotion kann es Monate dauern. Der Unterschied liegt einzig und allein in der Regelmäßigkeit deiner Aktivitäten.
Funktioniert TikTok wirklich, um ein Kinderbuch zu bewerben?
Ja, und manchmal sogar spektakulär. Das #BookTok ist eine echte Community. Kurze Videos, die eine Vorlesestunde zeigen, eine Illustration zum Leben erwecken oder die Reaktion eines Kindes einfangen, können innerhalb weniger Tage Tausende von Aufrufen und Dutzende von Verkäufen generieren.
Muss ich bezahlte Werbung schalten, um mein selbstveröffentlichtes Buch zu verkaufen?
Am Anfang nicht. Die kostenlosen Hebel – Social Media, Gruppen, Bibliotheken, lokale Märkte – reichen aus, um deinen Markt zu testen. Facebook-Werbung oder Amazon Ads kann sinnvoll werden, wenn du bestätigt hast, dass dein Buch ankommt, und du das Tempo erhöhen möchtest. Aber das ist kein erster Schritt.



